Ich oder Er?

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Das leere Textfeld meines Blogs bleibt leer. „Fügen Sie Ihren Text hier ein“. Ja gerne. Allerdings ist das schneller getippt als ein neuer Post. Schneller, besser und interessanter solls sein. Immer im Leben. Einfach mal still sein, sich zurücklehnen, die Augen schließen… das haben wir verlernt. Gerne würde ich still sein, mich zurücklehnen, meine Augen schließen und schreiben. Schreiben, was mir auf dem Herzen liegt. Das Gewicht so schwer wie die Bücher auf dem getrockneten Kastanienblatt. Aber mein Textfeld bleibt leer, weil der Kopf so voll ist. Ich schreibe gerne. Der Blog ist mein Ausgleich. Ein Ort, an dem ich Linda sein kann. Eine Zuflucht für meine Gedanken, Sorgen, Ängste. Ein persönlicher Ort, der einen Einblick gewährt. Ein geschlossener Raum mit Fenstern, dessen Vorhänge offen sind. Ein Fahrrad mit Stützrädern zum Ausprobieren, Üben, Lernen. Aber mein Textfeld bleibt leer, weil die Zeit zu knapp ist.
Ich denke oft daran, zu schreiben. Sehe die Besucher meines Blog. Weiß, dass neue Posts erwartet werden. ‚Wann schreibst du denn mal wieder was?‘, höre ich zu oft. ‚Ich liebe deine Artikel. Sie sprechen mir aus der Seele‘. Nun, wahrscheinlich tut es auch dieser. Denn Zeit für uns haben wir immer seltener. Stress dafür immer mehr.

Friede, Freude, Frühlingsgefühle.

Lipstickstories.

spring

Frühling. Das ist die Zeit, in der Tulpen blühen, die Baumkronen sich von der kalten Jahreszeit zu erholen scheinen und das in zarten rosa Knospen der ganzen Welt zeigen. Frühling ist der rote Teppich, der dich zum eigentlichen Höhepunkt geleitet: dem Sommer. Frühling bedeutet warmer Regen, Sonnenschein und Aufatmen. Frühling ist die Verniedlichung des Sommers, der sanfte Start in lange Nächte und helle Tage. Frühling macht Lust auf Grillabende, Bikinisaison und Strandurlaub. Frühling macht Lust auf Eis, auf Cocktails und auf Zeit mit der besten Freundin. Frühling ist die Erholungsphase des langen, kalten Winters. Die Belohnung für viele frostige Nasen und unterkühlte Hände.
So lieblich der Frühling um die Ecke düst, so viel Liebe bringt er mit. Die Vögel zwitschern ihre Lieblingssongs, um die Herzensdame zu beeindrucken. Blumen aller Art trauen sich langsam aber sicher aus dem warmen Boden. Knospen öffnen sich für surrende Bienen, in dessen pelzigen Körpern die…

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Oh Kinderlein kommet‘ – aber erst in ein paar Jahren

babys

Ja, das mit dem Kinder kriegen ist so eine Sache. In der ganzen Zeit, die wir seit unserer Fruchtbarkeit haben, überlegen wir, wann der richtige Moment da ist, Kinder zu kriegen.
Wenn man ehrlich ist, eigentlich schon früher. Als Grundschulkind beim Vater-Mutter-Kind-Spiel ist es wahrscheinlich sogar noch klarer, dass der Zeitpunkt bereits da ist, wenn man Jungs nicht mehr eklig findet. Dass den richtigen Jungen für eine echte Vater-Mutter-Kind-Familie zu finden, aber gar nicht so einfach ist, lernen die Mädchen erst später; und dann sind sie schon nicht mehr so naiv, zu glauben, dass die erste Liebe die richtige für Familiengründung ist.

In der ganzen turbulenten Zeit als Teenager, junger Erwachsener und bis zum richtigen, echten Erwachsenenalter sind sie da… die Gedanken, Sorgen, Ängste des richtigen Moments. ‚Mit beiden Beinen fest im Leben stehen‘, ist das Motto. Und so sitzen Millionen von Frauen im imaginären Wartezimmer und können es kaum erwarten, dass der richtige Augenblick ihren Namen aufruft und sie dann endlich auf dem Stuhl ihres Gynäkologen die freudige Nachricht erhalten, schwanger zu sein. (Mal abgesehen davon, dass die Sorgen, einen ab diesem Moment erst so richtig aufwühlen).

‚Also 25 find ich zu früh‘, ‚Ne, mit über 30 ist ein No-Go’… Diskussionen über das perfekte Alter hat wohl jede Frau schon mit Freundinnen geführt. Sei es beim Sex and the City schauen, als man sich mit dem Sektglas in der Hand bewusst wird, dass das während einer Schwangerschaft nicht mehr möglich sein würde oder in der Mittagspause, wenn über das Gleichgewicht zwischen Karriere und Familienplanung gegrübelt wird. Die Emanzipation der Frau und die damit verbundene Freiheit, beruflich – zumindest annähernd – so erfolgreich zu sein, wie das männliche Geschlecht, macht es ihr nicht unbedingt leichter, Kinder kriegen und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Und da das mit den beiden Beinen und dem festen Leben nicht einfach so zugeflattert kommt, läuft die Zeit schneller als man meint. Auf dem Weg zu einem strukturierten Leben und sicherem Boden, tickt die Uhr im Takt zu den Pumps, die in Richtung Büro stöckeln.

Ja, und was ist nun mit dem eigenen Leben? Was ist mit dem Leben, das man hat, bevor man jemand anderem eines schenkt? Beruf und Familienplanung haben beide gewissermaßen etwas mit Pflichten zu tun. Mit Verträgen, mit Absprachen und Versicherungen. Wann ist der richtige Augenblick da, um die Welt zu reisen und ohne Einschränkungen zu leben, wenn man von der Ausbildung direkt in den Beruf startet, um bald mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen, damit das persönliche Optimalalter zum Kinder kriegen eingehalten werden kann?
Was ist mit der Zeit, in der man seinen Partner für sich haben will? In der man ausschlafen und nur zu zweit sein will? Wie lange darf man das genießen, bis man meint, nun wäre es aber an der Zeit für ein Kind – einfach weil… ja weil das doch alle so machen oder?

In den Schlagzeilen und in den lästernden Mündern dieses Landes ist derzeit eine 13-fache Mutter, die mit 65 Jahren durch eine im Ausland durchgeführte künstliche Befruchtung mit Vierlingen schwanger ist. ‚Wie eklig!‘, sagen viele. ‚Die hat doch schon 13 Kinder, reicht das nicht?‘. ‚Die armen Kinder‘.
Dass dieser Fall in seiner Extreme wahrscheinlich kaum zu toppen ist, ist klar. Aber was man nicht behaupten kann ist, dass diese Frau nicht mit beiden Beinen im Leben steht. Schließlich hat sie die Erfahrung, Kinder zu erziehen.
Ob es moralisch vertretbar ist, dass ihre Vierlinge im Abi eine 83-jährige Mutter (Kein Witz: Ich wollte automatisch Oma schreiben) haben, ist fraglich und genau das, worüber man nun mal jetzt diskutiert. Allerdings beweist sie, dass der perfekte Zeitpunkt für eine Frau sehr subjektiv ist.

Es gibt keine Antwort darauf, wann der perfekte Augenblick da ist. Das ist ungefähr so wie die Diskussion ob es die oder das Nutella heißt. Jede hat seine eigene Vorstellung vom perfekten Leben. Und auch, wenn wir nie haargenau das Leben kriegen werden, was wir uns wünschen, so liegt es trotzdem an uns, es so nah wie möglich an unsere Traumvorstellungen ran zu lassen.

little

Überleben oder leben?

Durch Abstinenz geglänzt. Ja, ich weiß. In der letzten Zeit habe ich das Klicken meiner Tastatur eher seltener gehört und ihr habt weniger von mir und meinen Gedanken gelesen. Bald trink‘ ich n Schnappes auf die 22 und meine Zeit verbringe ich damit, bei Kentucky Fried Chicken Tische zu wischen und Tabletts sauber zu machen; schreibe und schreibe und schreibe für die Uni und wackle meinen Hintern nebenbei noch vor meinen Zumba-Mädels. Freizeit? Fehlanzeige. Jaja, das Erwachsenwerden hat man sich als kleines I-Dötzchen doch noch anders vorgestellt… 

Wo sind denn die ganzen Einhörner, auf denen ich zum Mittagessen Schokoeis kaufen wollte? Wo ist die Maschine, mit der ich pinke Geldscheine drucken kann? Und warum war ich immernoch nicht in Disneyland Paris? 
Jetzt, wo vor der 2 bald – statt einer 1 – eine 2 steht, und auf meinem Konto ein Minus statt ein Plus, sehen die Wünsche irgendwie anders aus. Das Erwachsenwerden macht einen ziemlich drööch. „Läuft bei mir“ – eher nicht. No money in the bank, 99 Problemz und das „Pursuiten“ nach Happiness. Aus den Wünschen sind Träume geworden. Träume, die Zeit verlangen. Zeit, die man nicht hat. Denn die 24 Stunden eines Tages verbringen wir damit, zu hoffen. Zu hoffen und zu arbeiten, um der Hoffnung noch mehr Hoffnung zu geben. Eines Tages reich sein und alle Träume erfüllen. Das wäre der Wahnsinn. Deswegen steht erstmal Karriere auf dem Plan mit der Überschrift „Leben“. Erstmal Ausbildung, Geld verdienen… die Träume stehen in der Schlange ganz hinten und die Kassiererin ist langsam. Biep, Schule. Biep, Ausbildung. Biep, Job. „Das macht dann 30 Jahre bitte! – Ehm, bitte stellen Sie sich an Kasse zwei. Diese Kasse schließt jetzt“. ‚Naja gut‘, denken sich die Träume. Um die Welt reisen, ein neues Auto kaufen, endlich mehr Zeit für den Partner haben – all‘ diese Träume trotten in die Schlange der zweiten Kasse. Doch Kinder kriegen, Heiraten und sich um die pflegebedürftige Mutter kümmern, reagieren schneller und stehen bereits erwartungsvoll an Kasse zwei. Die Träume stets dahinter. Zu wenig Zeit, zu wenig Mut, sich vorzudrängeln. Mal nicht nachdenken. Einfach machen. Wann machen wir mal etwas einfach? Wann hast du das letzte mal den ausgelutschten Slogan „Yolo“ ernst genommen?

Der Plan mit der Überschrift „Leben“. Wir sollten mit rotem Edding dahinter schreiben „GENIEßEN“!

genießen

Wie viel spießig braucht man zum glücklich?

„Wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden“, sagt die Kleine damals in einem bekannten Werbespot zu ihrem Papa. Die beiden sitzen auf einem sogenannten Bauwagenplatz, einer Wohnsiedlung mit alten Bussen – in diesem Fall bewohnt von Punkern und Rockern. Wäscheleinen zwischen den Wohnwagen, Motorräder und ein rauchender Grill, präsentieren ein Bild weit ab vom typischen Spießer-Image.

Als Spießer gelten im negativen Sinne Menschen mit einer gewissen Engstirnigkeit, die sich so gut wie allen gesellschaftlichen Normen anzupassen versuchen. Spießer fallen nicht auf, sie halten sich eher zurück; meint man zumindest. Auch der Werbespot einer Bausparkasse spielt mit dem Klischee. Spießer seien Familien mit „großen Häusern, in denen jeder sein eigenes Zimmer hat“ oder „einer Wohnung auf dem Dach, von wo aus man die ganze Stadt sehen kann“.

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Spießer passen sich gesellschaftlichen Normen an. Doch was sind das eigentlich für Normen?
Es sind Erwartungen, die die Außenwelt an den in einer Gesellschaft lebenden Menschen stellt. Erwartungen, die nie jemand ausgesprochen hat und an die sich doch die Mehrheit zu halten versucht, um nicht aus der Masse herauszustechen.
Obwohl sich Normen in der Gesellschaft durch den Wandel der Zeit verändern können, sich Werte verschieben und neue Gesetze in Kraft treten, wird das „Spießertum“ seinen Ruf nicht los. Familie gründen, einen gut bezahlten Job ausüben, Haus, Hund, Versicherungen aller Art. Für jede schwierige Zeit gepolstert und gesichert. Spießer denken voraus, sind vorbereitet, jede Entscheidung wird vorher mit allen Pros und Contras abgewogen und ausdiskutiert. Die Spießer haben es einfach. Das einzige Problem? Sie sind Spießer.

Doch ist nicht jeder Mensch ein bisschen spießig?
Ist der Mensch nicht spießig, weil er von Tellern und mit Besteck isst, statt mit den Fingern? Ist der Mensch nicht spießig, weil er im Wartezimmer des Hausarztes leise ist, um die Ruhe nicht zu stören? Ist der Mensch nicht spießig, weil er seinen Chef fragt, wie es ihm geht, obwohl es ihn nicht interessiert?

Gesellschaftliche Normen kontrollieren insgeheim alle. In gewisser Weise erfüllt jeder die Erwartungen der imaginären Gesellschaft. Die einen mehr, die anderen weniger. Selbst die Rocker und Punker auf dem Bauwagenplatz aus der Werbung schütteln sich heimlich die Hände.

Und so ist es normal, dass man in die Grundschule geht – Mathe, Englisch und Deutsch lernt -, in die weiterführende Schule geht – Philosophie, Geschichte und Erdkunde lernt -, und dann ohne Pause eine Ausbildung oder ein Studium absolviert. Schon ältere Generationen kennen diese Norm. Aus dem System auszubrechen, trauen sich die wenigsten. Der ein oder andere versucht es mit einer bunten Frisur oder Löchern in der Hose.

Und dann gibt es jene, die sich doch trauen; die sich trauen, etwas anders zu machen, als die anderen; die sich zumindest trauen Ängste und Sorgen laut auszuprechen. Denn wie sagt man so schön? „Jeder ist seines Glückes Schmied“.
Und seinem Glück auf die Spur zu gehen, fordert auch Julia Engelmann in ihrem Poetry Slam „One Day“: „Das Leben, das wir führ’n wollen, das könn‘ wir selber wählen. Also lass uns doch Geschichten schreiben, die wir später gern erzähl’n. […] Lass mal an uns selber glauben. Is‘ mir egal, ob das verrückt ist. Und wer genau hinguckt, sieht, dass Mut auch nur ein Anagramm von Glück ist. Wer immer wir auch waren, lass‘ mal werden, wer wir sein wollen […]“. Ihr Votrag im Hörsaal wurde als Video im Internet veröffentlicht und in kurzer Zeit zu einem riesen Hype. Inzwischen hat es mehr als 7,5 Millionen Klicks auf Youtube. Die Resonanz ist überwiegend pure Begeisterung. Eine 21-jährige Studentin, die einfach daher kommt und was vom Leben erzählt; von guten Vorsätzen und unerfüllten Träumen; die Mut macht, Träume nicht unerfüllt zu lassen.

Julia Engelmann spricht vielen Jugendlichen aus der Seele. Die Jugend steht unter Druck, weil sie Angst vorm Scheitern und Angst vor Arbeitslosigkeit hat. Weil die gesellschaftliche Norm immer früher eine Entscheidung für den beruflichen Werdegang fordert. Sich auszuprobieren, seine Stärken und Schwächen zu erforschen, sich selbst zu finden, seine Träume zu erfüllen, fordert nicht nur Mut, sondern Zeit. Zeit, die die Jugend von heute nicht zu haben scheint; die ihr nicht gegeben wird.

Und so läuft die Jugend orientierungslos und gestresst durch das wackelige, unbestimmte Berufleben. Wenn sie groß sind, wollen sie auch mal Spießer sein und ein großes Haus, eine Familie mit Hund und ein Auto vor der Tür haben. Doch der Weg dahin ist nicht einfach. Es gibt so viele Möglichkeiten. Doch durch welche Tür geht man hindurch, wenn man zu jeder Tür den Schlüssel hat? Schließlich wartet nicht hinter jeder Schwelle das große Glück, finanzieller Reichtum, Haus, Hund, Kinder.

Aus der Not entsteht Kreativität. Einige wissen was zu tun ist; und auch, wenn nicht, dann versuchen sie trotzdem was anzupacken. Zwischen Jugendarbeitslosigkeit und aus allen Nähten platzenden Hörsälen ist Platz für alternative Ideen und ein bisschen mehr Risikobereitschaft. Ein Jahr Work&Travel in Australien, eine Europareise ohne Geld oder sei es nur ein unbezahltes Praktikum in einer fremden Stadt, viele Jugendliche wagen es, über die Grenzen hinaus zu schauen. Manchmal sind das jene Grenzen, die die Eltern vorgeben; die Grenzen, die man sich selbst festlegt und die Grenzen der Gesellschaft.

Sami Slimani veröffentlichte erst vor Kurzem sein erstes Buch. Und nein, er ist kein gelernter Schriftsteller, hat auch kein Studium im Fach Literatur und nein, er ist auch kein Tennis-Star. Der 24-jährige ist „Youtuber“. Seit 2009 lädt er regelmäßig Tutorial-Videos auf der Plattform Youtube hoch und wird dadurch zum Internet-Phänomen. Mehr als eine Million Follower zählt der Blogger derzeit – Tendenz steigend –, wurde vom Fernsehsender Viva inzwischen als Moderator engagiert. Sami Slimani ist beruflich also Blogger, Buch-Autor, Moderator, Entertainer. Wie viele dieser Berufe, tatsächlich als Berufe gelten, ist diskutabel. Aber er ist erfolgreich. Zack, Geld und Job in der Tasche. Und das, obwohl das böse Internet doch die ungezogene Jugend verdirbt… Blah, Blah.

Es gibt noch so viele Beispiele von Menschen, die durch das Internet reich und bekannt geworden sind. Mark Zuckerberg erfand als Informatik-Student auf der Harvard Universität das Unternehmen „Facebook Inc“. Das soziale Netzwerk erbrachte ihm innerhalb von zehn Jahren ein geschätztes Vermögen von 26 Millarden Dollar (Stand 2014). Kein Wunder, dass er sein Studium ohne Abschluss geschmissen hat.

Die Zwillinge mit Künstlernamen „Les Twins“ werden durch Videos im Netz bekannt. Die beiden Franzosen mit dem unverkennbaren Afro tanzen durch Youtube und sich somit in die Herzen vieler Fans. Und nicht nur das: Durch ein Video mit über 27 Millionen Klicks werden US-Amerikanische Stars wie Beyoncé und Missy Elliott auf die beiden aufmerksam. Seit 2011 sind Laurent und Lois Bourgeoise die einzigen männlichen Backround-Tänzer bei den Shows von Beyoncé.

Das noch so unberechenbare und frische Medium Internet beitet vielen Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu entfalten. Neue Berufe entstehen, mehr Arbeitsplätze werden geschaffen. Sami, Mark, Laurent und Lois haben über die Grenzen hinaus geblickt und konnten aus einer Idee; aus einem Hobby, ihren tatsächlichen Beruf machen, sei es durch Zufall oder mit menschlichem Verstand.

Natürlich kann das auch schief gehen. Keine Ausbildung, kein Studium, keine Referenzen, aber „Youtube-Star“. Doch Mut ist auch nur ein Anagramm von Glück. Und da man notfalls auch Glück im Unglück haben kann, ist es doch ein Grund, es wenigstens zu versuchen.
Schon Julia Engelmann hat geslamt „Der Sinn des Lebens… ist leben. […] Lass uns möglichst viele Fehler machen, damit wir viel aus ihnen lernen. Lass uns jetzt schon gutes säen, damit wir später gutes ernten. Lass uns alles tun, weil wir können und nicht müssen. Jetzt sind wir jung und lebendig und das soll ruhig jeder wissen.“

Und wenn das alles nicht so funktioniert wie geplant und man kein Geld hat, um Spießer zu sein und sich eine Wohnung zu leisten, von dessen Dach man die ganze Stadt sehen kann, dann kann man immer noch auf die Dächer anderer Häuser klettern, um die Sonne untergehen zu sehen.

rooftop

Stöckchen

Du trittst drauf. Auf mein Herz. Mein Herz, das durch Erinnerungen ausgeweitet ist. So weit, dass es fast zu platzen vermag. Es ist so voll von Erinnerungen, dass es sich anhört, als würde ein Ballon platzen. Wenn du drauf trittst.
Doch wie viel sind diese Erinnerungen eigentlich wert, wenn die Gegenwart so schmerzhaft ist? Muss ich es mir antun, einzig und allein auf die Erinnerungen zu vertrauen? Sind sie genug, um das zu verzeihen, was du mir jetzt gerade antust?
Es wäre schön, wenn es nur jetzt gerade wäre. Wenn es nur momentan wäre. Wenn ich wüsste, dass es bald wieder besser wird oder ich mich nicht daran erinnern würde, dass du mich schon mehrfach so behandelt hast. Ich bin die treue Seele gewesen. Bin die gewesen, die immer und immer wieder zurück gekommen ist. Die, die dich bedingungslos geliebt hat. So, dass es noch nicht einmal Bedingung gewesen ist, dass du mir Dankbarkeit zeigen müsstest. Du hast drauf getreten. Und das nicht nur einmal. Du hast es getan und du wirst es auch in Zukunft tun. Also wie stark sind die guten Erinnerungen aus der Vergangenheit gegenüber der schrecklichen Erwartungen, die mir mein Herz brechen, weil ich weiß, dass du dich nicht ändern wirst?

Du versteckst dich hinter Buchstaben, hinter Technologien, die es dir so einfach machen, dich stark zu fühlen. Aber was ist mit Worten?! Traust dich nicht, mir in die Augen zu sehen und mir Leid zuzufügen. Kannst es nur durch Buchstaben. Und du weißt, dass ich schwach bin, wenn es um uns geht. Du weißt, dass ich tief drin stecke in diesen Erinnerungen, die mich magnetisch an dich ziehen. Und weil ich immer wieder zu dir zurück gekehrt bin, egal, wie weit du mich weggeschubst hast, glaubst du, dass ich es auch dieses mal tue…

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